Kruzifixurteil in Italien

Die heutige Berliner Zeitung berichtet über ein Kruzifix-Urteil in Italien. Der Sachverhalt dort gestaltet sich allerdings etwas anders, als in Bayern bzw. Deutschland:

Italiens Staatsrat erlaubt Kreuze in Klassenzimmern

Der Staatsrat ist dabei laut des Artikels nicht so eine Art Institution, wie die gleichnamige in der DDR, sondern das dortige Oberverwaltungsgericht. Eine Mutter hatte geklagt, weil in einer öffentlichen Schule, in welche ihr Kind ging, solche Symbole in den Klassenzimmern hängen. Das Gericht hat die Klage abgewiesen.

In einer Kirche, heißt es da [der Begründung], sei das Kruzifix als ein strikt religiöses Symbol zu betrachten, weil es dazu aufrufe, dem Gründer des christlichen Glaubens mit Reverenz zu folgen. Anders sei das in einer Schule, wo Andersgläubigen durch die Ausstellung des Kruzifixes keine Diskriminierung widerfahre. Mehr noch: „Das Kruzifix symbolisiert in geeigneter Form zivilisatorische Werte – wie Toleranz, Respekt, Wertschätzung der Person, Solidarität – , welche den laizistischen Rahmen der aktuellen Staatsordnung bilden.“

Da hängt ein toter Typ mit langen Haaren an einem Stück Holz – das ist erst einmal alles, was das Symbol zeigt und nichts weiter. „Aufrufen“ tut es weder den Christen, noch den Laizisten zu irgendwas. Normalerweise werden Leute, die von leblosen Dingen irgendwelche Rufe hören, weggesperrt – aber lassen wir das.
Jedenfalls ist die Behauptung der Verwaltungsrichter schlicht verkehrt. Das Kreuz ruft nicht, umgekehrt ist es: Der Christ hat die Religion inhaltlich geschluckt und trägt sie in Gestalt von Symbolen nach außen. Er oder seine religiösen Führer rufen zu religiösen Zwecken auf, an die man sich zu halten habe.

Genau so verhält es sich mit der Behauptung der Richter dazu, dass das Kreuz nunmehr „Toleranz, Respekt, Wertschätzung der Person, Solidarität“ symbolisiere, wenn es an einem anderen Ort wie etwa einer Schule hinge. Auch hier rufen diejenigen, die diese Ordnung repräsentieren, dazu auf und nicht der geschnitzte Mann mit den langen Haaren an dem Kreuz. Und diejenigen laizistischen Schäfchen, die dem folgen, machen das auch entsprechend, weil sie „Toleranz, Respekt, Wertschätzung der Person, Solidarität“ teilen.

Aber dieser Gedanke, dass Symbole mehr als nur Dinge sind und dass sie jede Menge Kausalketten in Gang setzen, das ist ja – nur dort negativ – hinlänglich bekannt…man erinnere sich an Tücher auf den Köpfen von Muslimen, wo europäische Politiker wussten, was das in den Köpfen der Trägerinnen auslöst!

Palästinenser zu dick!

SPIEGEL-ONLINE berichtet über den Fortgang der Gewaltverhältnisse im Nahen Osten, also im besonderen über den Krieg Israel vs. Palästina (in spe). Neben der Information, dass ein Herr Ismail Hanija demnächst Ministerpräsident in dem noch nicht ganz fertigen Staat Palästina sein wird und der Mitteilung eines „Tabubruchs“, da die Türkei einen Vertreter der Hamas empfängt (machen die Türken doch glatt Außenpolitik, mit wem sie wollen und nicht nach den von EU/USA vorgegebenen Richtlinien!), gibt es noch einen Absatz über das zukünftige Verhalten Israels:

Die israelische Regierung bereitete sich mittlerweile darauf vor, mit der ersten Sitzung des von der Hamas dominierten Palästinenserparlaments am Samstag ihre Geldtransfers an die Autonomiebehörde einzustellen. „Die Idee ist es, den Palästinensern eine Diät zu verordnen, sie aber nicht an Hunger sterben zu lassen“, zitierte der Rundfunk Regierungsberater Dov Weisglass.

Mal abgesehen davon, dass „die Palästinenser“ von dem transferierten Geld an die Autonomiebehörde keinen Cent sehen, sondern eben nur die Staatsagenten der Autonomiebehörde, so ist dieser Zynismus – immerhin verrecken die nicht gleich in ihrem Staatswesen – doch an nichts zu überbieten…

Neben der Austrocknung eines Hamas-geführten Parlaments kriegt die Bevölkerung allerdings doch noch eine materielle Schlankheitskur wie der Tagesspiegel zu berichten weiß:

Israel kann auch palästinensischen Arbeitern, deren Verdienste in Israel einen Großteil der Familieneinkommen bilden, die Einreise verweigern. Binnen weniger Monate, so das Kalkül, werde die Bevölkerung so unzufrieden mit Hamas sein, dass Präsident Mahmud Abbas Neuwahlen ausschreiben müsse.

Tja, so schädlich ist es dann, Untertan einer „Autonomiebehörde“ zu sein, die mit einem anderen Staat verfeindet ist. Aber sollen sich die armen Leute dort trösten…bei der nächsten Schönheitswahl in Israel haben sie – falls es mit der Einreise klappt – gute Chancen auf die ersten Plätze!

Prolog

Guten Tag!

Hier werden demnächst ein paar Beiträge zur alltäglichen Berichterstattung der Tages- und Wochenpresse erscheinen. Viel Spaß!